Ein gewöhnlicher KI-Chat funktioniert schlicht: Alles, was die Besucherin schreibt, geht an das Modell. Name, Telefonnummer und E-Mail inbegriffen. Für ein europäisches Unternehmen wirft das zwei unangenehme Fragen auf einmal auf.
Die Aufgabe
Die erste Frage lautet, wohin die personenbezogenen Daten gegangen sind und in welche Rechtsordnung. Die zweite ist leiser, aber teurer: Ein KI-Berater, der bloß Fragen beantwortet, bringt nichts ein. Etwas einbringen kann nur der, der das Gespräch bis zur Anfrage führt.
Die Umsetzung
Personenbezogene Daten erreichen das Modell nicht. Die Anfrage nimmt ein Zustandsautomat mit Schaltflächen auf: Einwilligung, E-Mail, bevorzugter Kanal. Keine Generierung. Das Format ist damit gesichert, und das Modell wird zu personenbezogenen Daten gar nicht erst zugelassen — sie werden vor dem Versand entfernt und verschlüsselt gespeichert. Das ist keine Einstellung, die sich versehentlich abschalten lässt, sondern eine Eigenschaft der Architektur.
Ein europäischer Anbieter. Das Modell ist französisch. Daten überqueren den Atlantik nicht, und die Frage der Übermittlung in Drittländer klärt sich über die Wahl des Anbieters statt über Vorbehalte in der Datenschutzerklärung.
Einwilligung samt Textfassung. Festgehalten wird nicht nur, dass eingewilligt wurde, sondern auf welche Fassung. Auskunft und Löschung laufen über die vorhandenen Datenschutzwerkzeuge von WordPress.
Zwei Kanäle, ein Assistent. Widget auf der Website und Telegram-Bot laufen über dieselbe Strecke: ein Gesprächsleitfaden, ein Verlauf, ein Weg für Anfragen.
Der Gesprächsleitfaden wird in der Verwaltung bearbeitet — Auftreten des Assistenten, Gesprächsschritte, Leistungskatalog, Umgang mit Einwänden. Ohne Entwickler.
Schutz vor Missbrauch: Honeypot, Turnstile-Prüfung, Grenzen je Sitzung und Adresse, ein täglicher Token-Rahmen, automatische Sperre.
Das Ergebnis
Anfragen kommen fertig im CRM an: Kontakt, Schlagworte, eine Zusammenfassung des Gesprächs. Die zuständige Person erhält eine Benachrichtigung — in Telegram, ohne personenbezogene Daten, nur als Signal.
Das Entscheidende ist, dass sich ein solcher Berater europäischen Kunden ohne Vorbehalte anbieten lässt. Sonst muss KI auf einer Website vor der Rechtsabteilung verteidigt werden. Hier gibt es nichts zu verteidigen: Die Daten erreichen das Modell nicht.