Artikel 50 der europäischen KI-Verordnung verlangt, generierte Inhalte so zu kennzeichnen, dass Mensch und Maschine sie erkennen. Die Pflicht kam — das Werkzeug nicht.
Die Aufgabe
Wer eine WordPress-Website betreibt, konnte Hinweise entweder von Hand in einen Bildeditor schreiben oder gar nichts kennzeichnen.
Handarbeit scheitert am ersten Hundert Bilder und liefert kein maschinenlesbares Merkmal — und genau dieses prüfen automatische Systeme.
Die Umsetzung
Zwei Kennzeichnungen statt einer. Ein sichtbarer Hinweis über dem Bild für Menschen. Ein Eintrag Digital Source Type = trainedAlgorithmicMedia in den Metadaten der Datei für Maschinen. Die Verordnung spricht die Maschinenlesbarkeit ausdrücklich an; mit einer Bildunterschrift allein ist ihr nicht genügt.
Der Hinweis rührt die Datei nicht an. Er wird als Ebene über dem Bild gezeichnet und bleibt dessen Nachbar statt einer Hülle darum — er kann die Bildgröße also nicht verändern, das Layout nicht verschieben und keinen Überlauf auslösen, was das Theme mit dem Bild auch anstellt. Wer die Kennzeichnung in der Datei braucht, hat einen eigenen Modus dafür, samt Sicherung des Originals.
Sammelkennzeichnung in der Mediathek. Tausend Dateien werden durch Auswahl markiert, nicht einzeln.
Sechs Oberflächensprachen: Deutsch, Russisch, Ukrainisch, Spanisch, Französisch und Polnisch.
Das Ergebnis
Das Plugin läuft auf Kundenwebsites — unter anderem bei Omega Capital, wo es die Bilder der Startseite kennzeichnet. Die Veröffentlichung als kommerzielles Produkt wird vorbereitet.
Der Nebeneffekt wiegt schwerer als der eigentliche Zweck. Eine Pflicht, die üblicherweise als Last gilt, wurde zu einem Zeichen von Ernsthaftigkeit: Eine Website, die ihre KI-Bilder offen kennzeichnet, wirkt erwachsener als die Nachbarseite, die so tut, als habe sie sie selbst gezeichnet.