Hosting fällt genau bis zu dem Tag nicht auf, an dem die Website vier Sekunden zum Öffnen braucht, Formular-E-Mails ausbleiben und der Support nach einem Tag mit einer Vorlage antwortet. Nach dem Preis des ersten Jahres zu entscheiden ist der häufigste Fehler: Der Unterschied zwischen billigem und ordentlichem Tarif ist meist kleiner als der Wert einer einzigen verlorenen Anfrage.
Zuerst: wo der Server physisch steht
Für ein Unternehmen in Europa ist das ebenso eine Rechts- wie eine Tempofrage. Liegen die personenbezogenen Daten Ihrer Kunden auf einem Server außerhalb der EU, müssen Sie eine Übermittlung in ein Drittland beschreiben und in der Datenschutzerklärung begründen. Ein Server in der EU nimmt Ihnen diese ganze Ebene ab.
Auch das Tempo hängt stärker von der Geografie ab als gedacht: Jeder zusätzliche Sprung zwischen Kontinenten kostet Dutzende Millisekunden pro Anfrage — und eine Seite stellt Dutzende Anfragen.
Drei Arten von Hosting und wann welche passt
Geteiltes Hosting. Günstig; Sie teilen den Server mit Hunderten Nachbarn. Für eine Visitenkarten-Website oder einen Blog ohne Last in Ordnung. Der Nachteil sind die Nachbarn: Ein fremder Traffic-Ausschlag bremst Ihre Website.
Managed WordPress-Hosting. Teurer, übernimmt aber Caching, Updates, Sicherungen und Schutz. Für die meisten Unternehmenswebsites die richtige Wahl: Sie zahlen dafür, keinen Administrator einstellen zu müssen.
VPS oder eigener Server. Nötig, sobald es einen Shop mit Tausenden Artikeln, Kundenkonten oder eigene Dienste gibt. Er verlangt jemanden, der ihn pflegen kann. Ohne diese Person ist ein VPS unsicherer als geteiltes Hosting, nicht sicherer.
Was im Tarif außer dem Preis zu lesen ist
- Gleichzeitige PHP-Prozesse. Sie, nicht „unbegrenzter Traffic“, entscheiden, wie viele Besucher die Website gleichzeitig aushält.
- Dateianzahl (Inodes). Mit Bildern und Caches ist das Dateilimit lange vor dem Speicherplatz erreicht.
- Sicherungen. Wie oft, wie lange aufbewahrt und vor allem: Können Sie selbst wiederherstellen, und in wie vielen Minuten?
- Eine Testkopie (Staging). Ohne sie ist jedes Update ein Versuch an der Live-Website.
- Der Verlängerungspreis. Ein Rabatt im ersten Jahr verdeckt oft eine Verdopplung im zweiten.
„Unbegrenzter Traffic“ sagt nichts aus: Die Grenze liegt fast immer bei Rechenzeit und Prozessanzahl, nicht bei Gigabyte.
Support vor dem Bezahlen prüfen
Schreiben Sie den Support vor dem Kauf mit einer konkreten technischen Frage an — etwa, wie der Wechsel auf eine neue PHP-Version abläuft. Die Antwort zeigt zweierlei: das Tempo und ob ein Mensch Ihre Frage gelesen oder einen Baustein eingefügt hat.
Klären Sie die Sprache des Supports gesondert. Rund-um-die-Uhr-Support in einer Sprache, die Sie nicht sprechen, hilft weniger als Support zu Bürozeiten in einer, die Sie verstehen.
Wie Sie einen Anbieter an einem Abend prüfen
Nehmen Sie eine Testphase oder den günstigsten Monatstarif, spielen Sie eine Kopie der Website auf und messen Sie: Antwortzeit des Servers, Ladezeit auf dem Telefon, ob Formular-E-Mails ankommen. Führen Sie ein Plugin-Update auf der Testkopie aus. Ein Abend genügt meist für die Entscheidung, ob der ganze Umzug lohnt.
Wann es Zeit zu gehen ist
Die Zeichen sind eindeutig: Antwortzeit dauerhaft über einer halben Sekunde, Support langsamer als ein Tag, der Tarif reicht nicht und der nächste kostet das Dreifache, E-Mails der Website landen im Spam und der Anbieter zuckt mit den Schultern. Einzeln ist jedes erträglich; drei zusammen rechtfertigen es, einen Umzug durchzurechnen.
Ein in Ruhe geplanter Umzug dauert einen Abend. Ein Notumzug dauert ein Wochenende und kostet Nerven.